Energie West, E-Werke Reutte und TIWAG erläutern Vorhaben „RKI-Regionalkraftwerk Inn Kundl/Breitenbach“
Das Land Tirol bekennt sich zum Ausbau der heimischen Wasserkräfte. Zur Erhöhung der Eigenversorgung gab daher die Energie West eine Grundwasserstudie in Auftrag, die Aufschluss darüber geben soll, ob das schon lange bekannte Projekt eines Inn-Laufkraftwerkes zwischen Kundl und Breitenbach auch unter heutigen Nutzungsinteressen und ökologischen Standards realisiert werden kann. DI Helmuth Müller, Direktor der Stadtwerke Wörgl und Geschäftsführer des Verbundes Energie West (EW): "Von den Ergebnissen dieser Voruntersuchungen, die wir Mitte 2010 erwarten, wird abhängen, ob das Vorhaben unter den derzeitigen Rahmenbedingungen realisiert werden kann."
Alle einbinden
"Für die partnerschaftliche Projektverwirklichung haben wir auch die E-Werke Reutte und die TIWAG mit im Boot. Auf Dialog und Begegnung mit allen Beteiligten, insbesondere in den Standortgemeinden Kramsach, Radfeld, Rattenberg, Breitenbach und Kundl legen wir großen Wert. Wir stehen mit den Bürgermeistern in konkreter Verbindung", betont Müller.
Bürgermeister gesprächsbereit
Die anwesenden Bürgermeister der Projektregion zeigen sich grundsätzlich gesprächsbereit. Sie werden die Ergebnisse der Grundwasserstudie genau prüfen und die Interessen ihrer Bürger und aller Beteiligten vertreten. Positiv sehen die Bürgermeister die partnerschaftliche Projektkonstruktion unter Einbindung der Stadt- und Gemeindewerke der Energie West.
Sichere und preisgünstige Landesversorgung
Müller erhält prominente Unterstützung von LHStv. Anton Steixner, der im Kraftwerksprojekt Kundl/Breitenbach die logische Ergänzung der bayerisch/tirolischen Kraftwerkskette am Inn sieht und eine weitere Innstaustufe bei Kundl/Breitenbach für sinnvoll hält. Hier sind vergleichweise wenig Natureingriffe nötig, außerdem würde die Tiroler Eigenerzeugung spürbar gestärkt.
Strom für 35.000 Haushalte
So könnten vom Kraftwerk Kundl/Breitenbach jährlich rund 130 Millionen Kilowattstunden Grundlaststrom erzeugt werden, die ausschließlich ins Tiroler Netz fließen. Dies entspricht der sicheren und preisgünstigen Versorgung von etwa 35.000 Haushalten mit Strom aus sauberer, CO2 freier, heimischer Wasserkraft. Die Baukosten von bis zu 150 Mio. € werden zudem ein bedeutender Impuls für Arbeit, Wertschöpfung und industrielle Entwicklung im Land sein.
Die Gesellschafter
Zur Projektverwirklichung hat sich ein Konsortium, bestehend aus der TIWAG mit 51 %, der Energie West mit 40 % und der E-Werke Reutte mit 9 % zusammengeschlossen. Hiefür wird später eine eigene Projektierungs-, Errichtungs- und Betriebsgesellschaft gegründet.
Wallnöfer: Umweltschonende und kostenstabile Energie
Dr. Bruno Wallnöfer, Vorstandsvorsitzender der TIWAG, erinnert daran, dass die TIWAG dieses Projekt schon in den Achzigerjahren zur Diskussion gestellt hatte. Allerdings wurde damals das Kraftwerk Langkampfen vorgezogen. "Inzwischen erfordert die langfristige Vorsorge für den steigenden Bedarf an elektrischer Energie zusätzliche Erzeugungsbeiträge an Grundlast für Tirol. Auch in der Vorschau auf eine wieder anspringende Konjunktur wird die angemessene Nutzung der heimischen, erneuerbaren, CO2-freien und kostenstabilen Wasserkraftressourcen z. B. des Inns erhebliche wirtschaftspolitische Bedeutung haben."
Intensiver Dialog mit allen Beteiligten
Verlaufen die Vorerhebungen positiv, werden die Projektpartner mit allen Beteiligten in konkrete Gespräche eintreten. Diese sind insbesondere die Gemeinden, die Grundeigentümer, die Umweltorganisationen und die Fischereiberechtigten. Planung und Genehmigungsverfahren werden drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Etwa gleich lang dauert anschließend die Errichtung des Kraftwerks.

Die Gesellschafter bei der Präsentation des Kraftwerksprojekts.
