TIWAG präsentiert Ausleitungskraftwerk
Das Projekt eines Ausleitungskraftwerkes am Tauernbach präsentierte die TIWAG am 28.9.2009 in Matrei i.O. Vorstandsvorsitzender Dr. Bruno Wallnöfer: "Dieser Kraftwerkstyp entspricht dem seit 20 Jahren bewährten und bestens akzeptierten Modell des Draukraftwerkes Strassen-Amlach." Matreis Bürgermeister LA Dr. Andreas Köll spricht von einem Vorhaben, "das allen Einwendungen, die gegen das seinerzeitige Speicherkraftwerk Raneburg erhoben wurden, vollinhaltlich Rechnung trägt. Dies wird durch die fast 70prozentige Zustimmung im Rahmen der letzten Meinungsumfrage bestätigt. Auch der Gemeinderat fasste einen positiven Grundsatzbeschluss mit breiter Mehrheit".
Wallnöfer: Vorbild Strassen-Amlach
Wallnöfer erinnerte daran, dass im Optionenbericht 2004 ein Pumpspeicherkraftwerk Raneburg enthalten war. Da dieser Vorschlag von der Mehrheit der Bevölkerung und des Matreier Gemeinderates abgelehnt worden war, forderte die Tiroler Landesregierung im Rahmen ihres energiepolitischen Grundsatzbeschlusses 2006 die TIWAG auf, mehrheitsfähige Alternativen zum Speicherkraftwerksprojekt zu entwickeln.
Das nunmehr von der TIWAG vorgeschlagene Ausleitungskraftwerk am Tauernbach verbindet Wallnöfer zufolge "nach unserer wohlüberlegten Auffassung eine angemessene wasserwirtschaftliche Nutzung mit einem vergleichsweise geringen Eingriff in den Naturraum. Es zeichnet sich zudem durch eine einfache, in sich stimmige technische Konfiguration aus."
Kein Speicher, kein Schwall
Der Fassungsstandort am Tauernbach ist im Bereich der Schildalm vorgesehen. Das Krafthaus soll beim Ausgang der Prosseggklamm gebaut werden. Der zu errichtende Druckstollen würde eine Länge von ca. 9,6 Kilometern bei einem Ausbruchsdurchmesser von drei Metern aufweisen, erläuterte TIWAG-Vorstandsdirektor DI Alfred Fraidl.
Mit diesem Lösungsvorschlag der TIWAG entfällt das seinerzeit kritisierte Speicherbauwerk ersatzlos. Ebenso wird durch die Betriebsführung als Ausleitungs-Laufkraftwerk jedwede nachteilige Auswirkung auf die Isel, insbesondere durch Schwall, vermieden. Durch den Verzicht auf Fassung und Beileitung des Frossnitzbaches entfällt eine schwierige Fassungsbaustelle im Nahbereich der Nationalparkgrenze. Außerdem wird ein beträchtlicher Teilabschnitt der Ausleitungsstrecke zusätzlich mit einer ansehnlichen Wasserfracht dotiert.
"Mit der Realisierung des Projektes , Ausleitungskraftwerk Tauernbach ¢ wird das angemessene wasserwirtschaftliche Ausbaupotential des Tauernbachs abschließend genutzt sein", stellte Wallnöfer vorsorglich klar und betonte, "dass wir auch zu einem späteren Zeitpunkt keinerlei Anlagenerweiterung oder – vergrößerung beabsichtigen".
Interessen der Bevölkerung wahren
Wallnöfer ist zuversichtlich, dass dieser Lösungsvorschlag das öffentliche Interesse an einer angemessenen Nutzung der heimischen Wasserkraft mit den Interessen der Bevölkerung und der Beteiligten in der Region in hohem Maße verbindet: "Im Zuge der Projektierung werden wir uns um eine umfassende Information sowie um Dialog und Begegnung mit allen Beteiligten konsequent bemühen."
Im Zuge der weiteren Projektbearbeitung will die TIWAG auch eine Revitalisierung der Prosseggklamm, insbesondere für touristische Zwecke, prüfen. Wallnöfer: "Ebenso gehen wir davon aus, dass ein angemessener Teil der mit einem künftigen Kraftwerksbetrieb verbundenen Wertschöpfung der Region über noch zu verhandelnde Transferzahlungen, insbesondere für Infrastruktur- und Tourismuseinrichtungen, zugute kommen soll."

Bgm. LA Andreas Köll (Mitte) empfing die beiden TIWAG-Vorstandsmitglieder Fraidl (li.) und Wallnöfer in Matrei zur Präsentation des neuen Kraftwerksprojekts.
