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TIWAG und EnBW erzielen partnerschaftliche Lösung - Bewirtschaftung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz geht vorzeitig an TIWAG zurück

Die TIWAG und die EnBW Kraftwerke AG (EnBW) haben sich darauf verständigt, ihr im Jahr 1977 begründetes Vertragsverhältnis betreffend die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz vorzeitig zum 30. September 2010 zu beenden. Der TIWAG-Aufsichtsrat unter Vorsitz von LHStv. a. D. Ferdinand Eberle hat dieser Maßnahme in seiner Sitzung vom 9. April 2010 zugestimmt.

Seit Inbetriebnahme der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz konnte die EnBW 50 Prozent der Stromerzeugungskapazität der Kraftwerksgruppe nutzen; als Gegenleistung erhielt die TIWAG nach einer letzten Anpassung in 1992 mit Wirkung ab 1997 Stromlieferungen der EnBW. Dieser Tauschvertrag sollte noch bis zum 30. September 2017 laufen.

Durch den seinerzeitigen Vertragsabschluss mit der EnBW wurde für lange Zeit ein wesentlicher Beitrag zu Sicherung der Tiroler Stromversorgung, vor allem im Winterhalbjahr, geleistet, erläuterten die TIWAG-Vorstandsmitglieder Dr. Bruno Wallnöfer und DI Alfred Fraidl.

Die wirtschaftlichen Bedingungen der Vereinbarung aus 1992 waren vom damaligen Umfeld, insbesondere einer durch Gebietsmonopole und Preisregulierung geprägten und grundsätzlich auf Kostenbasis kalkulierenden Elektrizitätswirtschaft bestimmt.

Seit der Liberalisierung der Energiewirtschaft und der damit einhergehenden Schaffung freier Strommärkte haben sich laut Wallnöfer die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für beide Unternehmen verändert. Darüberhinaus droht sich die Balance des Vertragsverhältnisses mit der EnBW schrittweise zum Nachteil der TIWAG zu verschieben: "Die Beschaffung des zur Versorgung Tirols erforderlichen Grundbedarfes an Strom wurde erheblich einfacher, auch gewinnt die Eigenvermarktung der in Sellrain-Silz erzeugten Energie für die TIWAG an Bedeutung. Zudem wurden mit der gemeinsam erarbeiteten, vorzeitigen Beendigung die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich einer Beteiligung der TIWAG an gegenwärtigen und künftigen CO2-Kosten beigelegt."

Wallnöfer weiter: "Die TIWAG ersetzt der EnBW auf Basis eingeholter Gutachten einen durch die vorzeitige Beendigung des Vertragsverhältnisses entgangenen Nutzen im Gegenwert von 85 Mio. Euro. Diese in Verhandlungen gefundene Lösung stellt für beide Seiten einen ausgewogenen Kompromiss dar. Der TIWAG bietet er insbesondere den strategischen Vorteil, bereits sieben Jahre früher die Hälftekapazität der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz zur Produktion hochwertiger Spitzen- und Regelenergie auf eigene Rechnung einzusetzen und so neue Chancen in der Eigenvermarktung zu nutzen. Überdies verspricht die vorzeitige Eigenbewirtschaftung der Kraftwerksgruppe einen Ertrag, der die Vertragsauflösungskosten rechtfertigt."

 


 
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