TIWAG erneuert Druckschacht und Wasserschloss beim Kraftwerk Kaunertal um 175 Millionen Euro
Das Kaunertalkraftwerk ist nun seit 45 Jahren durchgehend in Betrieb. Die TIWAG hat daher begonnen, wesentliche Anlagenteile schrittweise zu modernisieren und an den letzten Stand der Technik heranzuführen. Umfangreiche Revisions- und Instandhaltungsmaßnahmen werden laufend durchgeführt. Auch die messtechnische Anlagenüberwachung wird ständig erweitert und modernisiert. Allein seit 2008 wurden 13,5 Mio. € für Modernisierungs- und Erneuerungsaufwendungen eingesetzt. Arbeitsschwerpunkte waren insbesondere die Maschinensätze und die Schaltanlage.
Kraftabstieg wird neu gebaut
Nunmehr wird die TIWAG auch den Druckschacht und das Wasserschloss neu errichten. Hiebei wird der Druckschacht auf einer neuen, wesentlich tiefer im Berg gelegenen Trasse geführt. Der Durchmesser des neuen Druckschachtes wird mit 4,30 m bemessen, um den Anforderungen einer künftigen Kraftwerkserweiterung zu entsprechen. Der Druckschacht wird von unten nach oben maschinell gefräst und gepanzert ausgeführt. Das Investitionsvolumen wird nach aktueller Schätzung ca. 175 Mio. € betragen.
Kaunertalkraftwerk: Nur kurze Betriebsunterbrechung
Die gewählte technische Lösung hat auch den Vorteil, dass der laufende Kraftwerksbetrieb während der Bauzeit kaum beeinträchtigt wird. Erst die Verbindung des neuen Kraftabstieges mit der Bestandsanlage wird eine vergleichweise kurzfristige Betriebsunterbrechung erfordern.
Deponiestandorte ausgewählt
Das anfallende Ausbruchsmaterial, in Summe etwa 140.000 m³, soll an zwei Standorten deponiert werden. Im Bereich des Wasserschlosses ist dafür die bereits in den 1960er Jahren genutzte Deponie Burgschrofen vorgesehen. Ein Teil des Ausbruchsmaterials wird auf einer wenige Kilometer entfernten Fläche bei der Wehranlage in der Runserau gelagert. Diese Deponie liegt auf Fließer Gemeindegebiet.
Schonende Bauweise, Dialog
Die Bauarbeiten werden mit größtmöglicher Rücksicht auf Bevölkerung und Umwelt ausgeführt. Die Baustelle am Burgschrofen wird hinter dem Bergkamm eingerichtet, sodass die für die Fendler Bevölkerung zu erwartende Beeinträchtigung minimiert wird. Die Baustelle beim Krafthaus Prutz liegt abseits des Wohngebietes. Ein modernes Baustellenmanagement hilft, die Auswirkungen auf die kommunalen Einrichtungen in der Nähe (Recyclinghof, Schwimmbad, Fußballplatz) möglichst gering zu halten.
Die TIWAG als Projektwerber setzt auf Dialog mit der Bevölkerung und wird über alle Projektdetails umfassend und transparent informieren.
Zeitablauf
Für das Projekt ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig. Das Vorhaben ist aber naturschutzrechtlich, wasserrechtlich, forstrechtlich und abfallrechtlich zu genehmigen. Aus heutiger Sicht erscheint eine Einreichung im Herbst 2010 möglich. Mit dem Bau könnte dann Ende 2011 begonnen werden. Die Bauzeit wird ca. vier Jahre betragen, sodass der neue Druckschacht Ende 2015 in Betrieb gehen könnte.
Daten und Fakten zum Neubau des Druckschachtes:
- Länge Druckschacht 1450 m, Länge Flachstrecke 325 m, insgesamt 1775 m
- Innendurchmesser 4,30 m (bisher 3,30/3,10 m), Ausbruchsdurchmesser 5,30 m
- Höhenunterschied 908 m
- Neigung 60 %, Vortrieb steigend, maschinell
- Ausbauwassermenge max. 122 m³
- Gedrosseltes Zwei-Kammer-Wasserschloss mit Oberkammer, Steigschacht und Unterkammer
- Zufahrtsstollen zur Errichtung der Wasserschlossoberkammer
- Errichtung der Wasserschlossoberkammer vom Portal der bestehenden Oberkammer aus
- Bestehender Druckschacht wird still gelegt und für eine Nachnutzung z.B. als Kabelschacht eines künftigen Oberstufenkraftwerkes vorgesehen
- Bodenaushubdeponie Runserau, Bereich Wehranlage Innkraftwerk Imst, flussabwärts rechts
- Geplante Kosten: 175 Millionen Euro
