Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal

Der bestehende Speicher Gepatsch im hinteren Kaunertal.
Wie bei der Vorstellung des TIWAG-Masterplanes zum Ausbau der Wasserkraft am 18. Oktober 2006 angekündigt, soll nun neben den Aktivitäten und der bereits erfolgten UVE-Einreichung zum Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz das Projekt Ausbau Kraftwerk Kaunertal verfahrensreif gemacht werden.
Nach Fertigstellung werden ca. 620 Gigawattstunden Wasserkraftstrom aus natürlichem Zufluss zusätzlich erzeugt und damit im Vergleich zu kalorischer Erzeugung rund 500.000 Tonnen CO2 jährlich substituiert.
Großen Wert legt die TIWAG auf Zusatznutzen für die Projektregion durch Infrastruktur- und Ausgleichsmaßnahmen sowie regionale Zukunftspakete. Insbesondere für das Ötztal kann ein wirksamer Hochwasserschutz ohne zusätzliche Verfahren, Schutzbauten und öffentliche Gelder hergestellt werden.
Funktionsweise und wesentliche Bestandteile der letztoptimierten Fassung des Projektes:
- Im Ötztal sind zwei große Wasserfassungen an der Gurgler und an der Venter Ache - jeweils unterhalb der Ortschaften Obergurgl und Vent - sowie zwei kleine Wasserfassungen vorgesehen. Die gefassten Wässer werden in den Gepatschspeicher im Kaunertal übergeleitet.
- Der bestehende alte Triebwasserweg zwischen dem Gepatschspeicher und dem Kraftwerk in Prutz wird stillgelegt und als Stollen zur Führung einer 220 kV-Kabelleitung zum Stromtransport zwischen Ober- und Unterstufenkraftwerk verwendet. Damit ist keine neue Hochspannungsfreileitung durch das Kaunertal erforderlich.
- Der künftige Triebwasserweg wird somit zwischen Gepatsch und Prutz nach dem letzten Stand der Technik neu gebaut. Beide Kraftwerke werden zukünftig an diesen Triebwasserweg angeschlossen.
- Das Pumpspeicherkraftwerk Versetz ist als Kavernenkraftwerk vorgesehen.
- Das Unterstufenkraftwerk Prutz 2 wird neben dem bestehenden Krafthaus Prutz errichtet.
- Die bestehende Freiluftschaltanlage wird demontiert und eine neue moderne Innenraumschaltanlage in SF6 Technik ausgeführt.
Projektentwicklung
- 2006 - 2008: Optimierung des Projektes (Triebwasserweg, Freileitung)
- 2009 - 2010: Erkundungen der Speicherstandorte Taschach und Fernergrieß
- Frühjahr 2010: Befundung der Standortvarianten Taschach und Fernergrieß als geologisch und bautechnisch schwer realisierbar
- 15.05.2010: Vorschlag Speichervariante Platzertal als energiewirtschaftlich und ökologisch interessante Alternative
- Herbst 2010: Vertiefte Untersuchung der Speichervariante Platzertal
- Februar 2011: Festlegung der Variante Platzertal als Oberstufenspeicher
